Wohnwagen Zulassung: Anmeldung, Abmeldung & Ummeldung erklärt

Wohnwagen zulassen, abmelden oder umschreiben – was brauchst du, was kostet es und wie geht der Ablauf? Alle Schritte einfach erklärt.

Du hast dir einen Wohnwagen gegönnt – ob nagelneu oder gebraucht – und jetzt geht es an den Teil, auf den sich niemand wirklich freut: die Zulassung. Ich weiß, Behördengänge sind nicht gerade das Highlight der Camping-Vorbereitung. Aber keine Panik, ich nehme dich an die Hand und erkläre dir Schritt für Schritt, was du brauchst, was es kostet und wie du das Ganze möglichst schnell hinter dich bringst. Ob Erstanmeldung, Ummeldung nach einem Kauf oder Abmeldung – nach diesem Artikel bist du bestens vorbereitet.

Erstmalige Zulassung – so meldest du deinen Wohnwagen an

Wenn dein Wohnwagen noch nie auf deutschen Straßen zugelassen war – zum Beispiel weil du ihn fabrikneu vom Händler holst – brauchst du eine Erstanmeldung bei der Kfz-Zulassungsstelle. Das klingt aufwendiger als es ist.

Diese Unterlagen brauchst du:

  • Deinen Personalausweis oder Reisepass mit Meldebescheinigung
  • Die EG-Übereinstimmungsbescheinigung (CoC-Papier) – bekommst du vom Händler
  • Nachweis einer gültigen Haftpflichtversicherung (eVB-Nummer) – die bekommst du von deiner Versicherung per Mail oder Telefon
  • SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer
  • Geld für die Gebühren und Kennzeichen

Der Ablauf selbst ist straightforward: Du gehst zur Zulassungsstelle, gibst deine Unterlagen ab, bezahlst die Gebühren, bekommst deine Zulassungsbescheinigung Teil I und II (Fahrzeugschein und -brief) und lässt dir Kennzeichen prägen. Fertig. Plane trotzdem mindestens einen halben Tag ein – Wartezeiten bei der Zulassungsstelle sind leider Realität.

Die Kosten im Überblick:

  • Zulassungsgebühren: ca. 30 Euro
  • Kennzeichen (zwei Stück): ca. 20–35 Euro
  • Eventuell Wunschkennzeichen: ca. 10–13 Euro extra

Insgesamt bist du mit etwa 60–80 Euro dabei. Wenn du die Gesamtkosten deines Wohnwagens im Blick behalten willst, hilft dir mein Artikel zu den jährlichen Wohnwagen-Kosten weiter.

Ummeldung bei Kauf eines gebrauchten Wohnwagens

Du kaufst einen gebrauchten Wohnwagen von privat? Dann musst du ihn umschreiben lassen. Das ist im Prinzip wie eine Neuanmeldung, nur dass der Wohnwagen schon eine Geschichte hat.

Was du zusätzlich brauchst:

  • Zulassungsbescheinigung Teil I und II (beides vom Verkäufer)
  • Gültige HU-Bescheinigung (TÜV) – der Wohnwagen muss eine aktuelle Hauptuntersuchung haben
  • Gültige Gasprüfung nach G 607
  • Die eVB-Nummer deiner eigenen Versicherung

Wichtig: Wenn der Verkäufer den Wohnwagen vorher abgemeldet hat, brauchst du auch die alten Kennzeichen nicht mehr mitzubringen. Du bekommst einfach neue. Wenn der Wohnwagen noch angemeldet ist, kannst du entweder die bestehenden Kennzeichen übernehmen (wenn du im gleichen Zulassungsbezirk wohnst) oder neue beantragen.

Achte beim Kauf unbedingt darauf, dass dir der Verkäufer beide Teile der Zulassungsbescheinigung aushändigt. Ohne den Brief (Teil II) kannst du den Wohnwagen nicht auf dich umschreiben. Falls du generell Tipps zum Wohnwagenkauf suchst, schau dir meinen Kaufratgeber 2026 an.

Abmeldung – wenn der Wohnwagen eine Pause macht

Manchmal muss ein Wohnwagen abgemeldet werden – sei es, weil du ihn verkaufst, weil er länger nicht bewegt wird oder weil du auf ein Saisonkennzeichen umsteigen willst. Die Abmeldung (offiziell: Außerbetriebsetzung) ist deutlich einfacher als die Anmeldung.

Du brauchst:

  • Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
  • Die Kennzeichen – die gibst du ab oder lässt die Siegelplaketten entfernen
  • Personalausweis

Die Gebühr liegt bei nur ca. 7 Euro. Nach der Abmeldung entfallen sofort die Versicherung und die Kfz-Steuer ab dem Tag der Außerbetriebsetzung.

Ein abgemeldeter Wohnwagen darf nicht im öffentlichen Straßenraum stehen. Du brauchst also einen privaten Stellplatz – zum Beispiel einen Garagenstellplatz oder ein Grundstück. Übrigens: Ein abgemeldeter Wohnwagen kann bis zu 7 Jahre lang wiederzugelassen werden, ohne dass eine neue Betriebserlaubnis nötig ist. Danach wird es aufwendiger.

Saisonkennzeichen – die clevere Alternative

Wenn du deinen Wohnwagen nur in der warmen Jahreszeit nutzt, ist ein Saisonkennzeichen eine hervorragende Option. Du meldest deinen Caravan beispielsweise von März bis Oktober an und sparst dir die Versicherung und Steuer für die Wintermonate.

Das Saisonkennzeichen erkennst du an den kleinen Zahlen rechts auf dem Nummernschild – dort stehen der erste und der letzte Monat der Zulassung. Außerhalb dieses Zeitraums darfst du den Wohnwagen weder bewegen noch im öffentlichen Raum abstellen.

Die Zulassung mit Saisonkennzeichen funktioniert genauso wie eine normale Anmeldung. Du gibst einfach den gewünschten Zeitraum an. Ummelden von einem Ganzjahreskennzeichen auf ein Saisonkennzeichen ist ebenfalls jederzeit möglich.

Online-Zulassung – geht das auch digital?

Seit einigen Jahren gibt es in Deutschland tatsächlich die Möglichkeit, bestimmte Zulassungsvorgänge online zu erledigen. Über das Portal i-Kfz kannst du deinen Wohnwagen abmelden, ummelden oder wiederzulassen – zumindest theoretisch.

Was du dafür brauchst:

  • Einen Personalausweis mit aktivierter Online-Funktion (eID)
  • Die Sicherheitscodes auf deiner Zulassungsbescheinigung und den Stempelplaketten
  • Ein Kartenlesegerät oder die AusweisApp2 auf dem Smartphone

In der Praxis funktioniert die Online-Abmeldung am besten. Die Wieder-Anmeldung und Ummeldung sind online möglich, aber je nach Bundesland und konkretem Fall kann es Einschränkungen geben. Für eine Erstanmeldung musst du nach wie vor persönlich zur Zulassungsstelle. Mein Tipp: Schau vorher auf der Webseite deiner zuständigen Zulassungsstelle nach, welche Vorgänge online möglich sind. Das spart dir im besten Fall den kompletten Behördengang.

Fazit

Die Zulassung deines Wohnwagens ist kein Hexenwerk – du brauchst nur die richtigen Unterlagen und etwas Geduld. Ob Erstanmeldung, Ummeldung oder Abmeldung: Wenn du vorher alles zusammensammelst, bist du in ein bis zwei Stunden durch. Vergiss nicht, vorher deine Versicherung zu klären und die eVB-Nummer griffbereit zu haben. Und wenn du die laufenden Kosten im Blick behalten willst, wirf einen Blick auf meine Jahreskosten-Übersicht. Dann kann die erste Tour kommen – ganz ohne bürokratische Überraschungen.