Caravaning in Europa: Die 10 besten Ziele für Wohnwagenfahrer
Kroatien, Südfrankreich, Norwegen, Toskana – Europa bietet endlose Caravaning-Möglichkeiten. Unsere Top 10 für unvergessliche Wohnwagenreisen.
Europa mit dem Wohnwagen erkunden – das ist für mich die schönste Art zu reisen. Du bist unabhängig, hast dein Zuhause immer dabei und kannst Länder entdecken, die du aus dem Pauschalurlaub gar nicht kennen würdest. Ich habe in den letzten Jahren viele europäische Länder mit dem Caravan bereist und verrate dir meine persönlichen Top 10. Jedes Ziel hat seinen eigenen Charme, und alle sind mit dem Wohnwagen hervorragend erreichbar.
Kroatien: Kristallklares Wasser und Inselwelt
Kroatien ist aus gutem Grund eines der beliebtesten Caravaning-Ziele in Europa. Die Adriaküste bietet hunderte Campingplätze direkt am Meer, viele davon mit Zugang zu Kies- oder Felsstränden mit türkisem Wasser. Besonders Istrien und die Kvarner Bucht sind bei Campern beliebt – die Infrastruktur ist exzellent, die Preise fair und das Essen fantastisch.
Weiter südlich, in Dalmatien, wird es ruhiger und die Landschaft dramatischer. Split und Dubrovnik sind als Tagesausflüge vom Campingplatz aus machbar. Die Anreise über Österreich und Slowenien ist mit dem Wohnwagen problemlos, wenn du die Mautgebühren einplanst.
Südfrankreich: Lavendel, Märkte und Savoir-vivre
Die Provence und das Languedoc sind ein Traum für Caravaner. Lavendelfelder, kleine Bergdörfer, Wochenmärkte mit frischem Käse und Wein – hier reist du entspannt und genussvoll. Die Campingplätze im Hinterland sind oft günstiger und ruhiger als an der Küste.
Die Côte d'Azur ist wunderschön, aber in der Hochsaison überlaufen und teuer. Mein Tipp: Weiche auf die Ardèche oder die Cevennen aus. Dort findest du spektakuläre Natur, Flüsse zum Baden und Campingplätze, die noch bezahlbar sind. Frankreich hat generell eine hervorragende Campingkultur – die Franzosen campen selbst gerne, und das merkt man.
Norwegen: Fjorde, Freiheit und Jedermannsrecht
Norwegen ist das Sehnsuchtsland vieler Camper. Die Fjordlandschaft ist unwirklich schön, das Jedermannsrecht erlaubt freies Stehen und die Mitternachtssonne im Norden ist ein unvergessliches Erlebnis. Die Lofoten, das Hardangerfjord und die Atlantikstraße gehören zu den absoluten Highlights.
Aber: Norwegen ist teuer. Lebensmittel, Fähren und Mautgebühren summieren sich schnell. Nimm genug Proviant mit und nutze die vielen kostenlosen Stellplätze. Die Anreise ist lang – plane genug Zeit ein und genieße den Weg durch Dänemark oder Schweden als Teil der Reise.
Toskana: Dolce Vita auf dem Campingplatz
Die Toskana vereint alles, was Italien ausmacht: sanfte Hügel mit Zypressen, mittelalterliche Städte, Wein und unglaubliches Essen. Campingplätze gibt es rund um Florenz, Siena und San Gimignano. Viele Agriturismo-Betriebe bieten auch Stellplätze an – eine schöne Möglichkeit, Landwirtschaft und Camping zu verbinden.
Die Anreise über den Brenner ist mit dem Wohnwagen unkompliziert. Beachte die Maut auf italienischen Autobahnen und die Fahrverbote in vielen Innenstädten (ZTL-Zonen). Abseits der großen Touristenorte ist die Toskana überraschend erschwinglich.
Dänemark: Familienfreundlich und entspannt
Dänemark ist perfekt für Familien und Einsteiger ins europäische Caravaning. Die Campingplätze sind durchweg gut ausgestattet, die Anreise kurz und die Landschaft mit Dünen, Heide und endlosen Stränden wunderschön. Die Westküste Jütlands ist bei Surfern und Naturliebhabern beliebt, während die Ostseeseite ruhiger und wärmer ist.
Das dänische Quickstop-System ermöglicht es dir, für kleines Geld auf vielen Plätzen spontan zu übernachten. Die Dänen sind gastfreundlich und Camping ist dort Volkssport – du wirst dich sofort willkommen fühlen.
Schweden: Seen, Wälder und skandinavische Weite
Schweden bietet ähnlich wie Norwegen das Jedermannsrecht, ist aber deutlich günstiger. Die schwedischen Seen sind traumhaft, die Wälder endlos und die Campingplätze oft direkt am Wasser. Småland mit seinen roten Holzhäusern ist das Schweden aus dem Bilderbuch.
Weiter nördlich wird es einsamer und wilder. Lappland im Sommer ist ein Abenteuer – Mitternachtssonne, Rentiere und kaum andere Menschen. Die Anreise über die Öresundbrücke oder die Fähre von Kiel nach Göteborg ist bequem.
Österreich: Alpen, Seen und kurze Anreise
Österreich wird als Caravaning-Ziel oft unterschätzt, dabei hat es alles: die Alpen zum Wandern, klare Seen zum Baden, hübsche Städte zum Bummeln. Der Bodensee, das Salzkammergut und Kärnten sind besonders empfehlenswert. Die Campingplätze sind gepflegt und die Infrastruktur erstklassig.
Der große Vorteil: Die Anreise aus Deutschland ist kurz. An einem halben Tag bist du mitten in den Bergen. Perfekt auch für ein langes Wochenende.
Niederlande: Flach, gemütlich und bestens organisiert
Die Niederlande sind ein Caravaning-Paradies für alle, die es entspannt mögen. Flaches Terrain bedeutet stressfreies Fahren mit dem Gespann. Die Küste von Zeeland bis Texel hat wunderschöne Dünenlandschaften und breite Strände. Die Campingplätze sind hervorragend organisiert – Holländer sind schließlich Camping-Weltmeister.
Auch das Hinterland mit den Veluwe-Wäldern und den friesischen Seen lohnt sich. Die Anreise ist für die meisten Deutschen ein Katzensprung.
Portugal: Atlantik, Surfen und ganzjährig mild
Portugal hat sich in den letzten Jahren zum Geheimtipp für Camper entwickelt. Die Algarve im Süden bietet spektakuläre Klippen und lange Sandstrände. Die Westküste mit dem Alentejo ist rauer und weniger touristisch. Die Preise sind niedriger als in den meisten westeuropäischen Ländern, und das Klima erlaubt Camping fast das ganze Jahr über.
Die Anreise ist allerdings lang – plane mindestens zwei Tage Fahrt ein oder nimm die Fähre von der Bretagne. Informiere dich vorab über die Regeln für Wohnwagen im Ausland, da Portugal in den letzten Jahren die Regeln für freies Stehen verschärft hat.
Spanien: Vielfalt von der Küste bis ins Landesinnere
Spanien bietet für jeden Geschmack etwas: Die Costa Brava und Costa Blanca für Strandliebhaber, das grüne Nordspanien für Naturfreunde, Andalusien für Kulturfans. Die Campingplätze an der Küste sind oft groß und gut ausgestattet, im Landesinneren einfacher, aber günstiger.
Spanien ist – ähnlich wie Portugal – eine längere Anreise wert. Die Maut in Frankreich schlägt auf der Durchreise zu, aber die Landstraßen sind eine kostenlose (und schönere) Alternative.
Fazit
Europa ist ein einziger großer Campingplatz – im besten Sinne. Egal ob du an die kroatische Küste, in die norwegischen Fjorde oder in die Toskana willst: Mit dem Wohnwagen bist du überall flexibel und unabhängig unterwegs. Mein Rat: Starte mit einem Land, das nicht zu weit weg ist, und taste dich vor. Dänemark, Österreich oder die Niederlande sind perfekte Einstiegsziele. Und vergiss nicht, dich über die Versicherung für Auslandsreisen zu informieren. Die richtige Stellplatz-App ist auf Europareisen sowieso unverzichtbar.